Ein persönlicher Nachruf
Über den eigenen Freund einen Nachruf zu schreiben fällt unheimlich schwer…

nachruf_01Am 20. Juni 2010 verstarb Jürgen Stricker an den Folgen seiner schweren Krankheit.

Klaus, Werner und ich wurden 2005 auf Jürgen aufmerksam, der durch sein eigenes Schicksal den “Verein Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern“ gegründet hatte.
Wir lernten Jürgen und seine Frau Barbara kurz nach dem Tod Ihrer einzigen Tochter zum Start der ersten Glückstour 2006 persönlich kennen.

Sie begleiteten uns auf unserer Tour, stellten uns seine engagierten Kollegen vor und zeigten uns auf den Kinderkrebsstationen wo Handlungsbedarf besteht, um krebskranken Kindern zu helfen.

Mit seiner Art uns zu sensibilisieren, uns die Mühen, Hilfe und die Arbeit anderer vorzustellen, sowie seine wohl unvergleichbare Art eine Rede zu gestalten, wird allen auf dieser Tour wohl unvergesslich bleiben.

Mit dem Erfolg dieser Tour waren wir natürlich verpflichtet, diese zu wiederholen. Jürgen trieb uns mit seinen Ideen voran. Wir waren durch die gemeinschaftliche Arbeit längst zu Freunden geworden. Er machte uns immer wieder unmissverständlich klar, wie wichtig es ist, diesen Kampf gegen den Krebs zu führen. Jürgen zeigte uns mit seinen persönlichen Einsatz, wie viel Kraft er dafür einbringt. Keine Arbeit war ihm dafür zuviel.

In der Vorbereitungszeit zur diesjährigen Tour erkrankte Jürgen dann selbst an Krebs. Wir waren alle total geschockt und machten uns riesige Sorgen um ihn.
Aber was macht Jürgen,- er muntert uns auf, er stellt sich der Krankheit mit einem enormen Willen, diesen Krebs zu besiegen. Mit seinem Humor versuchte er uns immer wieder das Gefühl zu geben, dass alles wieder gut wird. Bei einem Telefonat mit ihm, nachdem er sich mal wieder selbst aus dem Krankenhaus entlassen hatte, antwortete er auf die Frage was er denn wohl gerade mache:

“Was denkst Du denn, ich stehe gerade im Baumarkt mit einem Sack Zement auf der Schulter“…

Die Hoffnung wieder bei seinen Freunden auf der Glückstour 2010 sein zu können stieg, als Jürgen nach OP und Reha wieder auf dem Weg der Besserung war.
Er fuhr sogar schon wieder auf seinem geliebten Rennrad, um sich fit zu machen – es war unglaublich.

Die Enttäuschung war dann umso größer, als Jürgen davon erfuhr, an der Tour aufgrund einer Chemotherapie nicht teilnehmen zu können. Er ließ es sich trotzdem nicht nehmen, gezeichnet und trotz allergrößter Kraftanstrengung, seine Glückstourfahrer auf einer Etappe in Gießen zu besuchen. Zu Hause wieder angekommen, ging er (mit Glückstoursocken) ins Krankenhaus – zum letzten Mal…

Jürgen ist ein Teil von uns, er ist präsent mit uns und wir werden unsere Arbeit auch mit seinem Gedanken fortsetzen!

Sein Platz im Peleton bleibt immer bestehen.

Werner, Klaus und Ralf